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back to basics

Aktualisiert: 17. Okt. 2023

Im vergangenen Monat sind wir zurück zum Wesentlichen gekehrt: Zu Gewohntem und Vertrauten, zu Stabilität, Wurzeln und Grundlagen verschiedenster Art. Dabei sind uns einige Fragen begegnet, die in diesen Artikel miteinfließen.


Was ist Yoga?

Ja, was ist Yoga eigentlich? Wer jetzt an akrobatische Körperübungen in engen Leggins denkt, liegt wahrscheinlich nicht ganz richtig. Yoga ist eine sehr alte spirituelle Lehre aus Indien - die körperlichen Übungen, die heute und im Globalen Norden vorwiegend damit verbunden sind, stellen nur einen kleinen Teil dieser Tradition dar. In einer der wichtigsten Schriften des Yoga, Patanjalis Yogasutra wird Yoga als ein Zustand beschrieben, in dem alle unsere mentalen Muster ruhen. Es ist ein Zustand, in dem alles was wir denken zu sein, alle Gedanken, Empfindungen, Identifizierungen nicht mehr existieren.


"yoga chitta vritti nirodha."


Wie üben wir Yoga?

Susanna Barkataki beschreibt Yoga als Verbindung. Es ist die Verbindung von Körper, Geist und Seele. Um den Zustand des Yoga zu erreichen, also in unserer Yogapraxis, können wir uns immer wieder fragen, ob das, was wir denken, tun oder sagen zu dieser Form von Einheit und Verbindung beiträgt oder Leid verursacht, Schaden anrichtet und trennt.


 

"We are always already connected.

If our thought, speech or action is not bringing us right there, toward connection, it is not yoga."

Susanna Barkataki ("Embrace Yoga's Roots, S. 13)

 

Unsere Yogapraxis ist dadurch aber auch immer in einen politischen und gesellschaftlichen Kontext zu setzen. Gar nicht so einfach, finden wir. Können wir wirklich leben ohne Leid zu erzeugen? Wahrscheinlich nicht. Wir können uns jedoch regelmäßig Reflexionsfragen stellen, die die politische Dimension des Yoga offen legen und uns als liebevoll erinnernde Orientierung in der Praxis dienen können.


  1. Welche trennenden strukturellen Ungleichheiten (bspw. Rassismus, Sexismus, Ableismus) erkenne ich und was kann ich dagegen tun?

  2. Inwiefern füge ich mit der Art und Weise wie ich Yoga übe oder unterrichte anderen Leid zu? Setze ich mich mit der Geschichte, der Tradition und der Wurzeln des Yoga auseinander?

  3. Wie und wo verursache ich durch meinen Lebensstil (bspw. Ernährung, Reisen, Konsum) Schaden an der Natur und Umwelt?


Wie können wir eine kulturell wertschätzende Praxis etablieren?

Auch diese Frage beschäftigt uns schon länger. Wirft man einen genaueren Blick auf die Geschichte des Yoga, wird schnell deutlich, dass sie in koloniale Strukturen und Ereignissen zu betrachten ist. Dass die Tradition des Yoga macht- und gewaltvoll entwendet und im Globalen Norden fälschlich oder unvollständig kommerzialisiert und weitergetragen wird. Und es kann schmerzlich sein zu erkennen, dass wir als weiße Yogalehrer:innen einen Teil dazu beitragen. Aus unserer Perspektive ist es gar nicht möglich, Yoga weiterzugeben ohne kulturell anzueignen. Dennoch können wir versuchen uns und unsere Praxis zu hinterfragen. Uns bewusst darüber zu sein, warum wir was unterrichten oder welche Bedeutung bestimmte Rituale oder Wörter haben. Wir können versuchen Wege zu finden, die unseren Unterricht so inklusiv und sicher wie möglich machen und den richtigen Moment finden, unsere Räume zur Verfügung zu stellen, damit sie sicherer für andere sind.

Wir denken, dass diese Frage eine ist, die uns immer begleiten wird - bei der wir uns irren, ärgern, verzweifeln werden. Trotzdem möchten wir uns ihr widmen, um Schritt für Schritt eine kulturell wertschätzende Praxis finden zu können. Wir sind dankbar für die Arbeit von Susanna Barkataki, Sangeeta Lerner, Tupoka Ogette oder bell hooks (uvm.), die uns rassismus- und machtkritische Wege aufzeigen, die wir gerne gehen wollen.

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